COYObiz AKADEMIE

Meditation
und Gehirn

Aus der Hirnforschung: ein Loblied auf Meditation!

Seitdem man dem Gehirn bei seinen Aktivitäten im Magnetresonanztomographen zuschauen kann, finden Forscher es hochinteressant, darin auch Meditation in ihrer Wirkung auf das Gehirn zu beobachten. Neurowissenschaftler haben sich unter anderem mit der neuronalen Plastizität des Gehirns beschäftigt und mittels diverser Methoden festgestellt, dass Achtsamkeitspraxis und Meditation die Hirnstruktur messbar und positiv beeinflussen. 

Mit der täglichen Meditationspraxis hört dein Gehirn nie auf zu wachsen. 

Es kann ständig neue Verknüpfungen herstellen und sich neuen Reizen anpassen. 

So kannst du möglichst lange fit im Kopf bleiben und einer Demenz erfolgreich vorbeugen.

Die wissenschaftlich am besten untersuchte Form der Meditation ist die sogennante Achtsamkeitsmeditation. In ihr geht es im Grunde nur darum, sich hinzusetzen, weder zu locker noch zu verkrampft. Dann soll sich der Praktizierende von all seinen Gedanken lösen, sie interesselos beobachten, wie Wolken, die vorbeiziehen. Diese Form der Meditation wirst du in der heutigen Lektion lernen.

Wildgänse

Du musst nicht gut sein,
Du musst auch nicht auf deinen Knien
hunderte von Meilen bereuend durch die Wüste rutschen.
Du musst nur das zarte Tier deines Körpers
lieben lassen, was es liebt.
Erzähl mir von deiner Verzweiflung, und ich vertraue dir meine an.
Inzwischen dreht sich die Erde weiter.
Inzwischen zieht die Sonne und die klaren Regenkiesel
über die Landschaften,
über die Prärieen und die tiefen Wälder,
die Berge und die Flüsse.
Inzwischen fliegen die Wildgänse, hoch in der klaren blauen Luft,
ihrem zuhause entgegen.
Wer du auch bist, ganz gleich wie einsam,
die Welt zeigt sich dir in deiner Vorstellung,
ruft dich wie die Wildgänse, rauh und aufgeregt –
und verkündet immer wieder deinen Platz
in der Familie der Dinge.


Mary Oliver

Achtsames Denken – was bedeutet dies?

Gedanken sind nur Gedanken!

Unsere Wahrnehmung der Welt, die Art und Weise, wie wir die Welt und uns selbst wahrnehmen, ist von unseren Denkmustern geprägt. Wenn uns etwas passiert, dann haben wir eine Erklärung dafür. Unsere Denkmuster bestimmen alle unsere Entscheidungen und noch mehr – unser Selbstvertrauen hängt davon ab!

Unsere Gedanken scheinen eine Art Eigenleben zu führen – sagt der Molekularbiologe und der amerikanische Medizinprofessor Jon Kabat-Zinn. Sie gleichen Wolken, die kommen und gehen, augenblicklichen Ereignissen im Feld unseres Bewusstseins. Doch kreieren wir uns ständig neue Modelle der Wirklichkeit in Form von Ideen und Meinungen über uns  selbst, andere und die Welt, und diese halten wir dann für wahr, während wir Anzeichnen dafür, dass das Gegenteil der Fall ist, häufig leugnen.

Wenn uns nicht klar ist, dass Gedanken nichts weiter sind als Gedanken, können wir in praktisch jedem Bereich unseres Lebens in Schwierigkeit geraten. Wenn wir dies hingegen wissen, kann uns das helfen, den Fallen auszuweichen, die unser Denken uns stellt. Zum Glück gibt es wirksame Mittel gegen dieses lästige Gedankenkarussell: 

die Achtsamkeitsmeditation.

Bei der Achtsamkeitspraxis geht es darum, dass du lernst, deine Gedanken als reine Gedanken und nicht einfach als “die Wahrheit” zu sehen.

Wenn du deine Gedanken auf diese Weise betrachtest, ist das, was du erfährst, nicht mehr “DEIN” Gedanke, sondern lediglich “EIN” Gedanke. Das kann deine Gedanken „entmachten“ und dir dadurch eine völlig neue Denkperspektive sowie echte Freiheit schenken!

Achtsamkeitsmeditation

Anleitung